Friday, 21. november 2008 5 21 /11 /Nov. /2008 17:35

Gestern hatten mein bester Freund und ich eigentlich eine Verabredung bei Skype, wir wollten mal wieder miteinander reden und uns dabei auch sehen, die Stimme des anderen hören und mal wieder vergessen können, dass zwischen uns 1000 Kilometer liegen.

Daraus wurde jedoch nichts, da er kurz vorher bei ICQ mal wieder mit seinem neuen Lieblingsthema "Freundschaftsproblematik" anfing.

Seit Wochen geht das nun schon so, dass er immer weniger eine Lösung unserer Probleme sieht und ist der Meinung, dass früher oder später alles in die Brüche geht.

Er hat ein riesiges Problem damit, dass ich nicht möchte, dass er mich hier in Frankreich noch einmal besuchen kommt.

Er findet meine Begründung total bescheuert und kann es einfach nicht nachvollziehen, dass mein Freund so eifersüchtig auf ihn ist und ich meinen Freund nicht verlieren will. Denn der hat bereits gesagt, dass er das kein 2. Mal mitmachen würde, es hat ihn tief verletzt, dass ich meinen besten Freund hier empfangen habe, obwohl ich genau wusste, dass mein Freund dagegen ist.

Und nun sagt mein bester Freund, dass ich mein Leben von jemand anderem bestimmen lasse, dass jemand anderes für mich entscheide und ich nicht mehr selbstständig bin.

Er möchte keine reine ICQ-/Skypefreundschaft mit mir, das würde als beste Freunde nicht gehen. Aber ich glaube, dass nur deswegen seiner meinung nach nicht geht, weil er nach wie vor in mich verliebt ist.

Andere männliche Freunde, mit denen ich befreundet bin haben auch kein Problem damit, dass wir nur über ICQ oder Skype Kontakt halten.

Der einzige Unterschied ist, dass diese männlichen Freunde auch alle vergeben sind...

Heute habe ich mit einem von ihnen über meinen besten Freund und mich gesprochen. Die beiden kennen sich seit Jahren, sind zusammen zur schule gegangen und haben zusammen Abi gemacht und sind sehr gut befreundet.

Für mich wird immer mehr klar, dass eine der Hauptursachen unserer Probleme das Verliebt-sein von meinem besten Freund ist. Das sieht auch ein anderer Freund so.

Mein bester Freund würde mir die Welt zu Füßen legen wenn er könnte und er versteht nicht, dass ich nicht das gleiche für ihn tun würde. Aber er würde alles für mich tun, weil er mich liebt- ich ihn aber nicht. Das ist der springende Punkt...

Ich sehe unsere Freundschaft anders, weil ich ihn nicht liebe. Er ist für mich mein bester Freund, jemand an den man sich immer wenden kann, wenn man ein Problem hat, mit dem man über alles reden kann und bei dem man sich wohlfühlt.

Aber wie Harry & Sally schon festgestellt haben funktionieren Freundschaften zwischen Männern und Frauen so gut wie nie. Weil einer sich eigentlich immer verliebt. Und dann wirds kompliziert.

Vorallem, wenn einer der beiden bereits vergeben ist entsteht ein Ungleichgewicht und es ist ziemlich schwer das Gleichgewicht zu halten.

Bei mir und meinem besten Freund schein es nicht zu funktionieren, das Gleichgewicht zu halten. Schade eigentlich.

Er würde mir die Welt zu Füßen legen, wenn er könnte. Und er erwartet, dass ich das Gleiche für ihn tun würde. Aber werde ich nicht tun, denn der einzige, für den ich alles tun würde ist nun einmal mein Freund. Und ich werde nicts tun, was meine Beziehung zu meinem Schatz gefährden könnte.

Aber mein bester Freund versteht das nicht, er ist der Meinung, dass, wenn er etwas für mich tut, ich das Gleiche auch für ihn tun würde, ohne daran zu denken, dass er soviel für mich tun würde, weil er mich liebt...

Er denkt, er wäre mir egal, weil ich wäre nur auf meinen eigenen Vorteil bedacht, aber das stimmt nicht!

Er dreht sich im Kreis und kommt da selbst nicht mehr raus, er muss für sich selbst einen Schlussstrich ziehen, aber er muss selbst drauf kommen- es muss "Klick" machen.


Sollte das nicht passieren, wird mir wohl nichts anderes übrig bleiben, als die Freundschaft abkühlen zu lassen, ihn und mich sehr zu verletzen, in der Hoffnung, dass er irgendwann versteht, dass man nicht alles haben kann und dass der jetztige Zustand untragbar für unsere Freundschaft ist.

Er ist nicht fähig das zu sehen oder er will es nicht. So oder so ist es keine gute Basis für eine gute Freundschaft...


Er ist jetzt 22 und hatte noch nie eine Freundin. Immer wenn er sich verliebt hat, haben sich die Mädels für einen seiner Kumpels entschieden, immer haben andere die Mädels bekommen, die er wollte und ich glaube er hat die Hoffnung aufgegeben, dass sich das mal ändern könnte.

was Mädels angeht, ist er sehr schüchtern, obwohl er sonst eine große Klappe hat.


Bei uns war es so, dass wir uns kennengelernt haben und reden konnten und er sich wohlgefühlt und sich prompt verliebt hat.

Der Haken: Ich war/ bin vergeben und er kann das nicht einsehen. Immer hat er die Hoffnung, dass er mein herz mit einer besonderen Aktion gewinnen könnte.


Vielleicht muss ich ihm und auch mir weh tun und unsere Freundschaft auf Eis legen, damit er erkennt, dass es so nicht weitergehen kann. Er selbst kann/ will das nicht tun.

Das kann ich auch verstehen denn man gibt nur ungern etwas auf, was einem so wichtig ist.

Aber ich muss eigenständige Entscheidungen treffen, unabhängig von meinem besten Freund... es ist schmerzhaft, aber ich will doch nur, dass er aus diesem Verliebt-Sein rauskommt und unsere Freundschaft eine Chance hat.

von Petite Allemande - veröffentlicht in: November 2008 - Community: Lebensalltag
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